“Großer Ansturm auf den Hundeführerschein“ titelte ORF.at. In der Steiermark sind Amtsärzte verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Kurse für den Hundeführerschein (bzw. Sachkundenachweis Hund oder auch Hundeführschein) abzuhalten. Aber die genügen bei weitem nicht. Währenddessen arbeiten andere Bundesländer an ihren eigenen Verordnungen oder haben sie bereits verabschiedet. Zeit für einen Überblick!

Der Hundeführerschein im Burgenland, Kärnten und Vorarlberg

Wappen-BurgenlandWappen-VorarlbergWappen-KaerntenDie Gesetzeslage zum Sachkundenachweis Hund in Burgenland und Vorarlberg ist am einfachsten zusammengefasst: Es gibt keinen Hundeführerschein und derzeit ist dieser auch nicht geplant. Das heißt aber natürlich nicht, dass Burgenländer oder Kärntener nicht von der Ausbildung profitieren können. Kärnten plant zudem eine verpflichtende Haftpflichtversicherung und einen Hundeführerschein für auffällige Hunde. In Vorarlberg ist die sogenannte Vorarlberger Kampfhundeverordnung von 1992 nach wie vor gültig.

 

Der Hundeführerschein in Niederösterreich

Wappen-NiederoesterreichNiederösterreich hat keinen Hundeführerschein. Stattdessen gibt es ein Hundehaltergesetz. Besitzer eines Hundes bestimmter Rassen müssen einen Sachkundenachweis Hund erbringen. Dieser bestätigt ausreichendes Wissen im Umgang mit diesen Tieren und ist damit im Endeffekt eine Variante des Hundeführerscheins. Die Prüfung zu diesem Sachkundenachweis gliedert sich in einen theoretischen Teil von etwa 4 Stunden und einem praktischen Teil von etwa 6 Stunden. Inhalte sind bei der theoretischen Sachkundeprüfung Hund das Wesen und Verhalten des Hundes; bei der praktischen Sachkundeprüfung stehen Leinenführigkeit, Sitzen und Freifolgen auf dem Plan.
Betroffene Rassen: American Staffordshire Terrier, Bandog, Bullmastiff, Bullterrier, Dogo Argentino, Pitbull, Rottweiler Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu.
Prüfungen für den Sachkundenachweis Hund nehmen unter anderem ab: der Österreichische Kynologenverband, die Österreichische Hundesportunion, und der Österreichische Jagdgebrauchshundeverband .

Der Hundeführerschein in Oberösterreich

Wappen-OberoesterreichEin Sachkundenachweis (Hund) muss erbracht werden und bei der Meldung des Hundes vorgezeigt werden. Ein verpflichtender theoretischer Kurs von zwei Stunden vermittelt Wissen zur artgerechten Haltung, zur Gesundheit und zum Verhalten des Hundes sowie zu Kosten und Gesetzen. Hunde mit Gefährdungspotenzial oder als auffällig gemeldete Hunde erfordern einen weiteren Sachkundenachweis. Dies muss ein praktischer Kurs sein, z. B. die Begleithundeprüfung. Mit einer gleichwertigen Ausbildung entfällt die Pflicht zum Sachkundenachweis für den Hund.

 

Der Hundeführerschein in Salzburg

Wappen-SalzburgSeit Januar 2013 muss jeder, der sich zum ersten Mal einen Hund angeschafft oder in den letzten fünf Jahren angeschafft hat, in Salzburg (Land) einen Sachkundenachweis erbringen. Sowohl Tierärzte als auch Hundetrainer bieten den notwendigen zweistündigen Kurs an. Themen aus den Bereichen Gesundheit, Verhalten, Kosten und andere werden angesprochen. Der Kurs kostet in etwa 25 Euro. Für gefährliche Hunde (alle, die schon einmal auffällig wurden) muss ein zehnstündiger Kurs absolviert werden, bei dem ein praktischer Teil hinzukommt.

 

Der Hundeführerschein in der Steiermark

Wappen-SteiermarkSeit Mitte 2012 ist ein „Hundekundenachweis“ Pflicht für Ersthundebesitzer. Nicht betroffen ist, wer nachweisen kann, dass er in den vergangenen fünf Jahren einen Hund hatte. Nur der Amtstierarzt kann diesen Nachweis ausstellen – Kosten: 40 Euro. Gesetzlich vorgeschrieben ist es, einen Kurs pro Quartal anzubieten. Wie ORF.at berichtete (s. o.) ist die Anfrage jedoch sehr groß und es werden zusätzliche Kurse, auch außerhalb normaler Dinestzeiten abgehalten. In dem Kurs (i. d. R. 6 Stunden, mindestens 4 Stunden) geht es um die Themen Hundehaltung, Wahl des passenden Hundes, Rechtsfragen und anderes. Einen ganz monetären Vorteil hat der Hundekundenachweis auch: Ohne ihn zahlt man die doppelten Steuern. Eine Alternative ist auch hier die Begleithundeprüfung.

Der Hundeführerschein in Tirol

Wappen-Tirol

Es gelten die Bestimmungen des Tiroler Landes-Polizei-Gesetzes. Einen verpflichtenden Hundeführerschein gibt es nicht. Der Halter hat aber dafür zu sorgen, dass der Hund keine anderen Tiere und Menschen belästigt und sich nicht ohne Aufsicht bewegt. Hunde sind ab einem Alter von 4 Monaten behördlich zu melden und müssen eine Haftpflichtversicherung haben. Suchtkranke mit einem als auffällig geltenden Hund müssen sich beim Amtsarzt ggf. psychiatrisch-fachärztlich untersuchen lassen oder können ihren Hund abgenommen bekommen.

 

Der Hundeführerschein in Wien

Wappen-WienWien hat den Hundeführschein (alternativ auch: Hundeführschein) bereits seit 2006 und sehr detailliert ausgearbeitet. Alle Halter eines Hundes der Rassenliste  müssen den Nachweis erbringen und immer mitführen. Für andere Hunderassen ist der Hundeführerschein freiwillig und führt zu verschiedenen Vergünstigungen. Die Prüfung muss innerhalb von 3 Monaten nach der Anschaffung abgelegt werden. Der Hund muss mindestens 6 Monate alt sein und der Hundehalter 16 Jahre und ohne einschlägige Vorstrafen. Der Hund muss in Wien gemeldet sein und einen Chip tragen. Eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 725.000 Euro muss abgeschlossen werden, zusätzlich zur Hundeabgabe. Die Lernmaterialien können für 10 Euro per Post vom Veterinäramt der Stadt Wien angefordert werden, wo auch die persönliche Anmeldung mit Hund erfolgt. (Mitbringen: gültiger Lichtbildausweis, Auszug aus dem Strafregister, Nachweis über die Entrichtung der Hundeabgabe, Nachweis über die Hunde-Haftpflicht, Chip-Nachweis des Hundes.) Eigentlich sollen die Lernmaterialien auch gratis online verfügbar sein – derzeit (Januar 2014) sind sie aber schlicht nicht auffindbar. Alternativ bietet hundefuehrerschein.com den Fragenkatalog zum Wiener Hundeführerschein.
Die Prüfung besteht aus Theorie und Praxis. Beim theoretischen Hundeführerschein wird Wissen aus Bereichen wie Haltung, Pflege, Verhalten, Gesundheit und Gesetze geprüft. Im praktischen Hundführerschein-Test geht es um Umgang, Pflege und Gehorsam, inklusive Alltagstauglichkeit. Der Hundeführerschein kostet ca. 25 Euro. Wer ihn (ohne Pflicht zu einem vorherigen Kurs) ablegt, spart allerdings für ein Jahr Hundesteuer (72 Euro – effektiver „Gewinn“: 47 Euro)! Zudem gibt es eine Infobox mit weiteren nützlichen Materialien rund um den Hund. Andere Hundekursen ersetzen den Hundeführerschein in Wien NICHT. Und man braucht tatsächlich für jeden Hund einen individuellen Hundeführerschein.
Weitere Informationen zum verpflichtenden Hundeführerschein bzw. dem freiwilligen Hundeführerschein bietet die Stadt Wien.
Rassen, die zum Hundeführerschein verpflichtet sind: American Staffordshire Terrier, Bullmastiff, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Pit Bull Terrier, Rottweiler, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu sowie Mischlinge dieser Rassen.

Für genauere Informationen zum Stand in Österreich empfehlen wir http://www.hundefuehrschein.com/.

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